- Im Depot von Malakwal
- Malakwal - Faisalabad
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Irgendwann mitten in der Nacht ist unser Zug dann wohl in Provinz-Bahnknoten Malakwal angekommen. Am nächsten Morgen bleibt reichlich Zeit, den Bahnhof und das letzte nenneswerte Breitspur-Dampflok-BW der Pakistan Railways zu erkunden.
1996 fahren von Malakwal noch die Lokalzüge von Malakwal nach Gharibwal und Khewra mit Dampf, und gelegentlich sieht man Dampf auch noch auf der Strecke nach Kushab und der örtlichen Hauptstrecke Lala Musa - Malakwal - Sargodha.
Zum Einsatz kommen die Baureihen SPS und SGS, beide mit innenliegender Steuerung. Die SPS ist eine 2-2-0 (2' B) und für den Personenverkehr gedacht. Die SGS ist eine Güterzuglok und mit der SPS bis auf die Achsfolge 0-6-0 (C) weitgehend identisch. Beide Baureihen stammen aus britischer Produktion zwischen 1911 und 1921, erinnern aber vom Design an englische Entwicklungen noch aus dem 19. Jahrhundert.
Rangierlok im Bahnhof Malakwal
Erste Begegnung im Bahnhof ist die nur noch als Rangierlok verwendete 2510 der BR SGS. Diverse Rohre dieser Maschine sind undicht, und so ist die Lok bei ihrem Einsatz meist in Dampf gehüllt
21. Januar 1996
Das Depot (Bw) liegt am westlichen Bahnhofskopf südlich der Strecken nach Khushab und Sargodha.
Die SPS Nr. 2976 ist in besserem Zustand als ihre Rangierschwester. Sie hat uns bereits von Shorkot Jn. hierhergebracht und soll unseren Sonderzug auch heute noch weiter befördern. Im Bw werden ihre Vorräte ergänzt.
21. Januar 1996
Auf dem Gelände des Depots finden sich reichlich Relikte der zu Ende gehenden Dampfepoche.
21. Januar 1996
In den Werkstätten des Depots findet man antike Werzeugmaschinen, die zentral über eine große Transmission angetrieben werden.
21. Januar 1996
Diese Fachkraft stellt Lagerschalen aus Weißmetall in Gußtechnik her. Links ist die Schmelze zu erkennen, in seinen Händen hält er die Form und rechts liegen die fertigen Schalen. Westliche Arbeitsschutzbestimmungen können hier nicht unbedingt übertragen werden.
21. Januar 1996
SPS 2985 wird ebenfalls für unseren Sonderzug zur Verfügung gestellt und dazu im Depot vorbereitet.
21. Januar 1996
Es sollte noch bis nach Mittag dauern, bevor unser Zug abfahrbereit ist. In Malakwal gehen die Uhren besonders langsam, wie man auch noch an den nächsten Tagen erfahren wird.
Malakwal, Ankunft eines Reisezuges
Kurz vor dem Bahnhof Malakwal auf der Nordseite des Depots kommen die Strecken aus Sargodha und Kushab zusammen. Auf dem vorderen Streckengleis passiert Zug R 443 von Sargodha nach Lala Musa das Einfahrsignal. Bespannt ist er mit einer Lok der BR ALU-18 (Co'Co') von Alco aus dem Jahr 1960.
21. Januar 1996
Schließlich ist auch unser Zug abfahrbereit. Gezogen von zwei Maschinen der BR SPS geht es Richtung Sargodha (44 km). Beide Loks führen hinter dem Tender noch einen Wasserwagen mit. Erster Fotopunkt ist eine Scheinanfahrt im Bf. Chak Saidat. Typisch ist der gemauerte Unterstand für den Weichenwärter, der ihn vor Regen und Sonne schützen soll.
21. Januar 1996
Ich habe mich anschließend auf den Führerstand begeben, wo reichlich Platz ist und uns das Lokpersonal gastfreundlich mit Obst und Tee bewirtet. Kochendes Wasser zum Aufbrühen des mit Milch, Zucker und Kardamon versetzten Tees steht aus dem Lokomotivkessel in beliebiger Menge zur Verfügung.
Zwischenzeitlich regnet es leicht, wie hier beim Durchfahren des Haltepunktes Banh Mianwala.
21. Januar 1996
Wir erreichen am späten Nachmittag Sargodha Jn., wo trotz eines jetzt schon verspäteten Planzugs im Nacken noch eine Scheineinfahrt stattfindet.
21. Januar 1996
In Sargodha geht eine SPS vom Zug. Mit der verbleibenden Lok, der inzwischen vertrauten 2976, geht es weiter nach Süden nach Faisalabad (107 km). Dort ist es dann bereits dunkel. Mit Dieseltraktion, wieder einer ALU 18 von Alco, wird die letzte Etappe nach Lahore (142 km) zurückgelegt, wo wir gegen 22:30 Uhr eintreffen und nach drei Tagen im Zug ausnahmsweise mal in einem Hotel nächtigen werden.
Ich verbringe auch die Dieseletappe auf dem Führerstand. Wieder gibt es Tee und, ganz im englischen Stil, Kekse dazu. Die Nachtfahrt hat für das Personal ihre besonderen Herausforrderungen, was z.B. das Erkennen der Signale oder der Fußgänger auf den Gleisen angeht, und wird für mich zu einem eigenen spannenden Erlebnis.
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© Copyright 2000 Roland Ziegler