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[zugehöriger Reisebericht Puttalam-Strecke]
Auf dem Bahnsteig in Maradana bei strömendem Regen. Links ein leerer Power-Set, der seine Ladung bereits losgeworden ist. Signale und Weichen im Großraum Colombo sind elektrisch, bei der wolkenbedingten Dunkelheit leuchten die Signale überhell.
6. April 1999
Der Regen hat inzwischen nachgelassen. Im Bahnhof des kleinen Ortes Bolawatta nördlich von Negombo warten Fahrgäste auf einen Planzug nach Colombo. Der Viceroy ist für die Kreuzung ins Ausweichgleis eingefahren.
6. April 1999
Nördlich von Chilaw wird die Strecke endgültig zur Nebenbahn. Nicht nur die zugewachsenen Gleise lassen das erkennen. In Bangadeniya endet außerdem noch das Tablet-System, mit denen die Zugfolge bis hier geregelt wird. Von diesem Bahnhof ab wird mit dem einfacheren Token-System ohne technische Unterstützung gearbeitet.
6. April 1999
Die Drehscheibe am Streckende in Puttalam ist betriebsfähig. Unter den Blicken zahlreicher Zuschauer fährt Nr. 213 auf die Bühne, eine 2'C Tender-Tank Naßdampflok von Vulcan aus dem Jahre 1922. Der Wasserturm im Hintergrund allerdings wird seine Funktion nicht erfüllen.
6. April 1999
Das Drehen der Lok ist Handarbeit. Für die örtliche Jugend ist die Dampflok das Ereignis der Woche und so hilft man gerne mit.
6. April 1999
Der Fahrplan ist dreisprachig mit Kreide auf eine große Tafel geschrieben. Die oberste, sehr runde geschwungene Schrift ist singhalesisch, darunter tamilisch und schließlich englisch.
Der erste Zug morgens fährt über Colombo hinaus nach Panadura an der Küstenstrecke. Die Verbindungen nach Colombo-Fort um 07:30, 10:00 und 16:00 erfordern allerdings ein Umsteigen in Chilaw, denn diese Züge werden mit dem Railbus gefahren, der für das Fahrgastaufkommen im nördlichen Teilstück vollkommen ausreicht.
6. April 1999
Der 16:00-Railbus verläßt Puttalam in Richtung Chilaw. Mit diesen Fahrzeugen soll der Aufwand auf den Nebenstrecken verringert werden. Der Railbus Nr. 1 und 2 ist der Prototyp. Inzwischen verkehren diese Schienenbusse auch auf Teilen der Nordstrecke.
6. April 1999
Railbus in der Werkshalle von Ratmalana
Dasselbe Fahrzeug zwei Jahre früher. Im AW in Ratmalana erhalten die indischen Tata-Busse Eisenbahn-Radsätze mit entsprechender Änderung des Antriebs, Einstiegstreppen, Puffer und Schienenräumer. Die beiden Busse werden über eine Kupplungstange im Betrieb fest verbunden. Schließlich (vgl. voriges Bild) wird auch noch der Führerstand abgetrennt.
Februar 1997
Nachdem sich der Wasserturm als nicht funktionstüchtig erwies, wurde ein Wasserwagen herbeigeschafft, allerdings konnte keine Motorpumpe aufgetrieben werden. So wurde eine Eimerkette gebildet, deren Effektivität naturgemäß zu wünschen übrig ließ.
Die beiden Herren in weiß auf dem Anhänger sind die Zugführer (Guards).
6. April 1999
In Palavi, dem nächsten Bahnhof südlich von Puttalam, wurden erneut Eimer geschleppt. Danach meinte man, genug Wasser im Tender zu haben, um eine Scheinanfahrt riskieren zu können.
6. April 1999
15 km hinter Palavi verläuft die Strecke am Rande des Mundel-Lake durch sumpfiges Gelände. Mit dem Wasser war es wieder zu Ende und so wurde ein Bach für eine weitere Eimerkette benutzt. Von Seiten der Fahrgäste wurde, alle Malaria-Risiken ignorierend, tatkräftige Hilfe geleistet.
6. April 1999
Der freundlich lachende Herr in Bildmitte ist einer der Zugführer, der sich vor dieser Aktion vorsichtshalber seiner strahlend weißen Dienstuniform entledigt hat. Foto auf besonderen Wunsch von Herrn Welikala.
6. April 1999
Während draußen einige Leute beim Eimerschleppen schwitzen, lassen es sich andere zur gleichen Zeit im Speisewagen gut gehen. Der weitere Zwangsaufenthalt und die mittlerweile stundenlange Verspätung können die Stimmung nicht trüben.
6. April 1999
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© Copyright 1999 Roland Ziegler