Tyers' Train Tablet Apparatus

Zugfolgeregelung in Sri Lanka

Lebendige Eisenbahngeschichte mit kurzem Überblick über die Anfänge der Eisenbahnsignaltechnik

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Einleitung
Die Anfänge der Signaltechnik
Das Staffelholzsystem
Mechanische Stellwerke
Streckenblock und Token
Tyers' Electric Train Tablets
Geschichte
Systemüberblick
Das Tablet
Der Blockapparat
Signalabhängigkeit
Das Verfahren
Tips für Urlauber

Einleitung

Wer in Sri Lanka mit der Bahn fährt und Interesse an Signaltechnik und Zugsicherung hat, sollte außerhalb des Ballungsraumes von Colombo einmal die Zugabfertigung am Bahnsteig beobachten.

Aus der Lokomotive eines einfahrenden Zuges wird ein großer Ring herausgereicht und von einem Bediensteten des Bahnhofs in Empfang genommen. Vor Abfahrt des Zuges kommt der Bahnhofsvorsteher persönlich zur Lok und übergibt an den Lokführer einen weiteren Ring [Bild].

Was man hier zu sehen bekommt, sind die äußeren Merkmale einer über 100 Jahre alten gesicherten Zugfolgeregelung englischen Ursprungs. Der entscheidende Teil dieses Systems ist jeweils im Büro des Bahnhofsvorstehers zu finden. Es ist ein großer roter Kasten mit Tasten, Schiebern und Sichtfenster und trägt die Beschriftung Tyer's Train Tablet Apparatus.

Im folgenden soll nach einer kurzen allgemeinen Einführung zur Zugfolgeregelung diese Train Tablet-Technik näher erläutert werden.


Tablet-Übergabe durch den Stationmaster in Maho Junction auf der Nordstrecke



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Die Anfänge der Signaltechnik

Das Staffelholz-System

Eine sichere Zugfolgeregelung spielte bei der Bahn von Anfang an eine entscheidende Rolle. Zu Beginn fuhren Züge mit entsprechend großen Zeitabständen nach Fahrplan ohne zusätzliche Sicherung. Bei dichter werdendem Verkehr war einer der nächsten Schritte die Einteilung der Strecke in Raumabschnitte (engl. Section, später wurde auch in England der Begriff Block mitgebräuchlich). Um Zusammenstöße und Auffahrunfälle zu vermeiden, darf sich in jedem Abschnitt nur maximal ein Zug befinden.

Eine der ältesten Möglichkeiten, dieses für eingleisige Strecken zu gewährleisten, war die Verwendung eines Staffelholzes (engl. Staff). Nur der Lokführer, der das Staffelholz in Händen hat, darf in einen Blockabschnitt einfahren.

Dieses Verfahren funktioniert allerdings nur solange, wie Züge den Blockabschnitt in abwechselnder Fahrtrichtung passieren wollen. Da dies in der Praxis selten der Fall ist, ist das reine Staffelholz-System nicht ausreichend. Im englischen Einflußbereich wurde das Staff and Ticket-System eingeführt. Ein zusätzlicher Zug in gleicher Richtung konnte ohne Staffelholz fahren, wenn der Lokführer vom Abgangsbahnhof einen schriftlichen Befehl (engl. Ticket, auch Track Warrant oder im amerikanischen Train Order) erhielt. Dieser zusätzliche Zug hatte aber vor demjenigen zu verkehren, der mit dem Staffelholz unterwegs war, denn das Staffelholz beendete den Verkehr in einer Richtung.

Für einen einigermaßen flexiblen und damit praktikablen Betrieb mit mehreren Züge in einer Richtung ist allerdings eine zusätzliche Kommunikation zwischen den beiden benachbarten Bahnhöfen (im deutschen korrekter: Zugmeldestellen) erforderlich. Diese war zunächst als Sichtverbindung mit Semaphoren oder Ballonsignalen ausgelegt und konnte erst mit der Einführung der elektrischen Telegraphie bei der Eisenbahn um 1850 wesentlich verbessert werden.

Systeme wie Staff and Ticket-System basieren allerdings letztlich nur auf der korrekten Einhaltung der Zugmeldevorschriften, sie enthalten keine technische Sicherung.

Bei der weiteren technischen Entwicklung wurden die Staffelhölzer kleiner und aus Metall gefertigt. Für diese Form setzte sich der Begriff Token durch, der auch heute noch für Nachfolgeentwicklungen dieser Ursprungstechnik im Einflußbereich englischer Bahntechnik üblich ist.

Eine wesentliche Weiterentwicklung der Tokentechnik war die Verbindung von Token und Telegraphie. Ein solches System ist das Electric Train Tablet, das in Sri Lanka auf weiten Teilen des Streckennetzes noch heute verwendet wird. Es wird dort als Tablet-System bezeichnet. Auf einigen Nebenstrecken findet sich auch noch das Staff and Ticket-System [Bild], im Lande im Gegensatz zur Tablet-Technik bezeichnet als Token-System.


Token-Signal am Bahnhof Bangadeniya nördlich von Chilaw auf der Strecke nach Puttalam.



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Mechanische Stellwerke

Mechanische Stellwerke, in denen Weichen und Signale mit gegenseitiger Abhängigkeit und Verriegelung bedient wurden, kamen zwischen 1855 und 1860 auf. Hierbei setzten sich in England und Deutschland unterschiedliche Techniken durch.

Beim englischen System werden Weichen über Rohrgestänge und Signale über einen einfachen Draht gestellt [Bild]. Die gegenseitige Verriegelung - der Verschluß - erfolgt jeweils an den Weichen, was eine insgesamt aufwendige mechanische Außenanlage erfordert, die zudem bei ungünstigen klimatischen Bedingungen recht empfindlich ist.


Weichengestänge und Drahtzüge für Signale am Stellwerk in Galle.



In Sri Lanka haben sämtliche Strecken außerhalb des Großraumes Colombo mechanische Stellwerke (alle mit englischer Gestängetechnik).

In Deutschland entstand beim mechanischen Stellwerk das System mit Doppeldrahtzug für Weichen und Signale, bei dem der Stellhebel aufgrund des Doppeldrahtantriebes immer die aktuelle Position des Stellelements widerspiegelt und die Verschlüsse so im Inneren des Stellwerks direkt an der Hebelbank angeordnet werden können.

Beim englischen Gestängestellwerk ist nebenbei der Hebelweg wesentlich kürzer und beträgt nur etwa 60° [Bild], gegenüber 180° bei der deutschen Bauart mit Doppeldrahtzug.


Im Stellwerk von Kandy



Der Stellbereich eines mechanischen Stellwerks ist durch die durch menschliche Muskelkraft begrenzt. Je weiter die Weichen- und Signalantriebe vom Stellwerk entfernt sind, desto mehr Reibung ist beim Gestänge und den Drahtzügen zu überwinden.

In keinem Fall wirkt die mechanische Sicherung über den Bahnhofsbereich hinaus. Eine Signalabhängigkeit zwischen zwei Bahnhöfen bedarf eines zusätzlichen Systems.  

 

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Streckenblock und Token

Der deutsche Streckenblock

Die Einführung des Streckenblocks in Deutschland im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts verknüpfte die Signale eines Bahnhofs mit denen des nächsten bzw. der nächsten Blockstelle. Der Felderblock verwendet dazu eine elektrische Verschlußtechnik mittels Kurbelinduktor.

Die für den Streckenblock erforderliche Kommunikationsverbindung zwischen den Zugfolgestellen bedient sich der Telegraphenleitung.

Der Felderblock besitzt an jedem Endpunkt ein Anfangsfeld, ein Endfeld und - bei eingleisigen Strecken - ein Erlaubnisfeld. Dazu kommen noch Hilfseinrichtungen wie die Signalflügelkupplung, die elektrische Streckentastensperre und der Signalzugschlußstellenkontakt.

Die Fahrdienstleiter, Stellwerker und Blockwärter der Zugfolgestellen begleiten den Zug signaltechnisch durch Vorblocken nach der Ausfahrt und Rückblocken nach der Einfahrt oder Durchfahrt an der nächsten Zugfolgestelle. Rückblocken und damit erneute Freigabe des Blockabschnitts erfordert dabei die Mitwirkung des Zuges, der den Signalzugschlußstellenkontakt ausgelöst haben muß.

Bei eingleisigen Strecken kann nur immer ein Fahrdienstleiter zweier benachbarter Zugfolgestellen über den Blockabschnitt verfügen. Dies wird durch Blocken des Erlaubnisfeldes in Absprache geregelt.

Das Felderblocksystem scheint vom seiner technischen Architektur zunächst relativ einfach, wird aber durch die notwendigen Hilfseinrichtungen wesentlich komplexer.  

Weiterentwickelte Token-Systeme

Im englischen Einflußbereich lief die Entwicklung für ein- und zweigleisige Strecken auseinander. Während für zweigleisige Strecken ebenfalls Streckenblocksysteme eingeführt wurden, gab es für eingleisige Systeme eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Staffelholz-Token-Systems bis hin zur heute üblichen Form eines computergesteuerten Token-Managements, bei dem die Tokenübergabe per Funk erfolgt.

Allen Weiterentwicklungen ist gemeinsam, daß sie erlauben, mehrere Züge in einer Richtung fahren zu lassen, und die Telegraphie als Kommunikationsmedium nutzen. Die ersten Systeme dieser Art wurden auch als Blocktelegraphen bezeichnet.

Beim Produkt der Firma Tyers von 1890, dem Electric Train Tablet, ist der elektrische Kommunikationsweg als eine wesentliche Eigenschaft dieser Technik bereits im Namen enthalten.

 

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Tyers' Electric Train Tablets

Geschichte

Die Londoner Firma Tyers führte ab 1890 ein Zugsicherungssystem unter dem Namen Electric Train Tablet ein. Dieses System wurde über mehrere Jahrzehnte in verschiedenen Versionen vertrieben und bei Eisenbahnen in Ländern mit englischer Prägung installiert. Neben dem vereinigten Königreich hat man dieses System unter anderem auch in Neuseeland, in Japan (dort später auch als Nachbau) oder in Thailand verwendet. In Sri Lanka fand die Technik der Firma Tyers an allen eingleisigen Strecken Verwendung, die mehr als nur Lokalzüge aufweisen.

Systemüberblick

Der entscheidende Unterschied zum älteren Token-System der Staff und Ticket-Form ist die Möglichkeit, mehrere Züge in einer Richtung gesichert fahren zu lassen, ohne auf Hilfsmittel wie Train Tickets ausweichen zu müssen. Die Token, beim Tyerschen System als Tablet bezeichnet, werden einem Apparat entnommen, der an der nächsten Zugmeldestelle sein Gegenstück hat. Beide Apparate sind über die Telegraphenleitung verbunden. Mit Entnahme eines Tablets wird die Entnahme eines weiteren Tablets an der eigenen oder an der Gegenstelle so lange verriegelt, bis das erste Tablet auf der Gegenstelle wieder in den Apparat zurückgegeben wurde.

Das Tablet

Das Tablet ist eine Messingscheibe von ungefähr 15 cm Durchmesser. Jedes Tablet enthält eine Prägung mit den Codes der benachbarten Bahnhöfe und einer laufenden Nummer. Das Tablet hat ein Loch in der Mitte, das eine für die einzelnen Blockabschnitte spezifische Form aufweist (z.B. dreieckig oder quadratisch) und nur in die beiden Apparate eines Blockabschnittes paßt.

Die Bahnhofscodes sind Abkürzungen aus drei Buchstaben. Diese alte englische 3-Buchstaben-Bezeichnungstechnik hat sich später bei der Codierung von Flughäfen weltweit verbreitet, hat ihren Ursprung aber im Eisenbahnwesen.

Während der Reise wird das Tablet nicht lose geführt, sondern in der Tasche eines Tablet-Ringes aufbewahrt.

Dieser mit Tasche bestückte lederummantelte Messingring von etwa 60 cm Durchmesser ist nicht nur ein sicheres Transportbehältnis, sondern auch für die Übergabe des Tablets an einen und aus einem fahrenden Zug geeignet.

Der Blockapparat

Insgesamt ist das Tyersche Blocktelegraph-System weniger komplex aufgebaut als der deutsche Streckenblock in seiner oben beschriebenen einfachsten Form mit Blockfeldern und Hilfseinrichtungen.

Zentrales Teil des Tablet-Systems ist der rote Tablet-Apparatus [Bild] im Büro des Bahnhofsvorstehers. Dieser Apparat faßt 24 Tablets. Auf einem Zwischen-Bahnhof ohne Abzweigung stehen zwei dieser Apparate, einer für jeden Blockabschnitt. Unter jedem Apparat befindet sich ein Messingprägeschild mit dem (ausgeschriebenen) Namen der jeweilig benachbarten Zugmeldestelle.

Entnahme und Rückgabe

Ein Tablet wird dem Apparat über den unteren der beiden Schieber entnommen, der ähnlich wie beim Zigarettenautomaten funktioniert. Das Tablet eines angekommenen Zuges wird über den oberen Schieber wieder in den Apparat zurückgegeben. Durch ein Fenster kann der vorhandene Vorrat an Tablets gesehen werden.

Blockbelegung

In einem zweiten Sichtfenster wird die Blockbelegung dargestellt. Es gibt drei Zustände:

Die generelle Fahrtrichtung der Züge wird im englischen Einflußbereich durch up oder down gekennzeichnet. In Sri Lanka bedeutet:

Taster und Glocke

Auf dem Apparat befinden sich zwei große Taster. Neben dem Apparat ist eine Glocke angebracht. Die direkt nebeneinander befindlichen Glocken der beiden Apparate eines Zwischenbahnhofs haben unterschiedlichen Durchmesser und erzeugen damit unterscheidbare Klänge.

Ein Taster (Bell) löst an der Gegenstelle die Glocke aus und dient unter Verwendung von Klingelcodes der Abstimmung der Zugfolge.

Der zweite Taster (Switch) verriegelt die Tablet-Entnahme an der Gegenstelle und entriegelt die Tablet-Entnahme am eigenen Apparat.

Leitungsüberwachung

Über dem Apparat hängt ein Amperemeter zur Überwachung der Telegraphenleitung. Eine Unterbrechung der Leitung wird durch ausbleibenden Zeigerausschlag bei Betätigung der Taster erkannt.  

Telefon

Erst lange nach Einführung des Tyerschen Systems kam ein Streckentelefon hinzu, das neben der nach wie vor vorgeschriebenen Abstimmung per Klingelsignal auch eine mündliche Verständigung erlaubt. Das Streckentelefon benutzt dieselben Drähte wie der Tablet-Apparat und wird - nach vorheriger Ankündigung durch Klingelsignal - über einen Schalter unter dem Telefon aktiviert.


Tablet-Apparat beim Stationmaster in Maho Junction



Signalabhängigkeit

In der in Sri Lanka installierten Ausführung des Tyerschen Systems sind die Tablet-Apparate mit den Ausfahrsignalen elektrisch gekoppelt. Im Stellwerk befindet sich ein entsprechender Verschluß an der Hebelbank sowie Anzeigeinstrumente über den Signalhebeln [Bild]. Die elektrische Signalabhängigkeit (besser: Tablet-Abhängigkeit) bewirkt, daß das Ausfahrsignal nicht auf Fahrt gestellt werden kann, wenn der Blockabschnitt von einem Zug in Gegenrichtung belegt ist. Umgekehrt kann an der benachbarten Zugmeldestelle kein Tablet entnommen werden, wenn das Ausfahrsignal auf Fahrt steht. (Auch für Rangierfahrten werden bei der in Sri Lanka verwendeten englischen Technik die Signale gestellt.)


Stellwerk Peradeniya Junction West Cabin. Anzeigeinstrumente für Blockbelegung durch Tablet-Apparat hinter der Hebelbank.



Das Verfahren

Tablet-Entnahme

Im Ruhezustand befindet sich der untere Schieber in einer halb herausgezogenen Position. In dieser Position ist eine Entnahme an keinem der beiden Apparate möglich, die Betätigung des Tasters Switch bleibt ohne Wirkung. Damit wird verhindert, daß der Fahrdienstleiter (Bahnhofsvorsteher) ein Tablet ohne Abstimmung entnimmt.

Die Abstimmung zwischen den Zugfolgestellen erfolgt per Telefon und vorgeschriebenen Klingelsignalen. Zunächst werden die Entnahmeschieber an beiden Apparaten ganz eingeschoben.

Bei Anforderung des Blocks wird die Glocke dreimal geläutet, die Gegenstelle bestätigt die Anforderung mit demselben Code. Danach wird das Klingelsignal einschließlich Quittung nochmals wiederholt. Jetzt betätigt der Fahrdienstleiter den Taster Switch, und zieht den Entnahmeschieber. Bevor das Tablet in den Tablet-Ring gepackt wird, werden Tablet-Nr. und die zugehörigen Daten der anstehenden Zugfahrt im Zugmeldebuch eingetragen.

Nach Entnahme des Tablets ruft der Fahrdienstleiter im Stellwerk an und läßt das Ausfahrsignal auf Fahrt stellen.

Die Tablet-Übergabe

Der Bahnhofsvorsteher übergibt den Tablet-Ring eigenhändig an den Lokführer.

Bei Durchfahrt eines Zuges im Bahnhof hilft ein Assistent zur Entgegennahme des vorigen Tablets.

Vorsteher und Assistent stellen sich an der Bahnsteigkante im Abstand von etwa 10 bis 20 m auf. Der Assistent streckt dem einfahrenden Zug seinen rechten Arm entgegen, die Hand zur Faust geballt. Der Lokführer oder sein Beimann halten den Tablet-Ring aus dem Fenster, und der Assistent fängt ihn im Moment der Vorbeifahrt mit seinem ausgestreckten Arm auf. Wenige Meter weiter erfolgt die Übergabe in umgekehrter Richtung. Der Bahnhofsvorsteher hält den Ring in die Höhe, und Lokführer oder Beimann fangen ihn bei Vorbeifahrt. Die Hand zur Faust zu ballen empfiehlt sich, um Verletzungen zu vermeiden, immerhin wird dieses Verfahren noch bei Geschwindigkeiten bis über 30 km/h angewandt. (Die Höchstgeschwindigkeit in Sri Lanka beträgt 80 km/h, die allerdings nur auf wenigen Streckenabschnitten gefahren werden darf).


Tablet-Übergabe bei fahrendem Zug im Bahnhof Demodara an der Hauptstrecke kurz vor Streckenende in Badulla. Der Stationmaster (in weiß, mit Mütze) hält den Tablet-Ring für den nächsten Blockabschnitt bereit, der Assistent (in braun) wartet mit ausgestrecktem Arm auf das Token des vorigen Abschnitts.



Tablet-Prüfung

Auf der Lok wird das Tablet aus der Ringtasche kurzzeitig entnommen, um die Bahnhofscodierung zu prüfen und die Tablet-Nr. zu notieren. Die mögliche Gefahr, irrtümlich das Tablet für einen anderen Blockabschnitt erhalten zu haben, soll so reduziert werden. Dieses manuelle Prüfverfahren soll die Sicherheit zusätzlich zur elektrischen Signalabhängikeit erhöhen.  

Tablet-Rückgabe

Nach Ankunft des Zuges an der nächsten Zugmeldestelle wird das Tablet wieder in den Tyerschen Apparat zurückgegeben. Dieser Teil der Prozedur wird als sicherheitstechnisch weniger kritisch angesehen und vom Assistenten des Vorstehers durchgeführt.  

 

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Tips für Urlauber

Das Tyersche System ist in Sri Lanka weit verbreitet.

Allerdings sind die zweigleisigen Strecken nördlich und südlich von Colombo mit Lichtsignalen und Streckenblock ausgerüstet. Die moderne Technik erstreckt sich auf der Küstenstrecke sogar südlich bis nach Alutgama, dem Endpunkt des geplanten zweigleisigen Ausbaus.

Für den Badetouristen im Hauptferiengebiet um Beruwala ist damit ein kleiner Ausflug nach Süden über Alutgama hinaus erforderlich, um Train Tablets in Aktion zu erleben.

Wer mit der Bahn die weitaus beliebteste Strecke von Colombo ins Hochland nach Kandy und weiter fährt, sieht Train Tablets ab dem Bahnhof Rabukkana am Beginn des Aufstiegs ins Gebirge, wo derzeit (1999) der zweigleisige Ausbau endet. (Rambukkana liegt in der Nähe des Elephanten-Waisenhauses von Pinnawela.)

Die einheimische Bevölkerung ist gegenüber den ausländischen Besuchern ausgesprochen freundlich, da machen auch die Bahnbediensteten keine Ausnahme. Die Bahnhofsvorsteher sprechen zudem Englisch, so daß bei entsprechenender höflicher Anfrage eine nähere Besichtigung der Tyerschen Tablet-Apparate im Büro des Stationsvorstehers gerne gestattet wird, Erklärungen zur Funktionsweise eingeschlossen.

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© Copyright 1999 Roland Ziegler